Wege vom Atomstrom zum Ökostrom

4 Juli 2011 von Christian H. Kommentieren »

Mit der Entscheidung zur Energiewende im Bundestag kommt der Wettbewerb um die besten Konzepte zur Ablösung der Atomkraft so richtig in Fahrt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beispielsweise ist bei kurzfristigen Alternativen offensichtlich skeptisch und setzt deshalb auch weiterhin auf den
Ausbau konventioneller Kraftwerke. Die Energieunternehmen dürften nach Meinung des BDEW in ihrer Handlungsfähigkeit nicht weiter eingeschränkt werden. Man müsse ein Modell entwickeln, das parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien auch den Bau konventioneller, flexibler Kraftwerke für die Investoren attraktiv mache.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) dagegen bemängelt dagegen, dass Anreize zur Verringerung einer klimaschädlichen ebenso wie volkswirtschaftlich unsinnigen Energieverschwendung bisher viel zu kurz kämen. Der NABU spricht sich daher klar für eine finanzielle Aufstockung der Förderung für die Gebäudesanierung als wirkungsvollen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz aus.

Potenzial könnte zumindest mittelfristig laut einer von Greenpeace-Energy beauftragten Studie bei der Selbstversorgung mit Solarstrom liegen. So könnte das Problem der zentralen Speicherung großer Strommengen verringert werden. Mit solchen Speichern seien bei privaten Photovoltaik-Anlagen Eigenverbrauchsquoten von über 90 Prozent erreichbar.

Derzeit steht der private Nutzer ohne Speicher allerdings wirtschaftlich besser da. Doch ab 2013 oder 2014 könnte laut der Studie der Solarstrom genauso viel wie der Haushaltsstrom kosten. Es werde somit zunehmend attraktiver, möglichst viel des selbst erzeugten Stroms auch selbst zu verbrauchen.

Neben den großen Strategien zur Energiewende, die oft auch mit staatlichen Eingriffen in den Strommarkt oder mit privaten Investitionen verbunden sind, bestehen jedoch auch ohne neue gesetzlichen Regelungen Möglichkeiten für jeden privaten Energieverbraucher, eine Wende weg von klimaschädlichen und begrenzten Ressourcen wie Gas und Kohle mit zu gestalten.

Wer beispielsweise die Ökostrom-Anbieter vergleicht, wird feststellen, dass einige für ihren Strom lediglich seit langem bestehende Kapazitäten älterer Wasserkraftwerke nutzen. Andere Stromversorger dagegen investieren einen Teil ihrer Einnahmen direkt in neue Anlagen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie. Wer den Weg zu einer dezentralen und klimafreundlichen Energieversorgung unterstützen will, der kann also mit der Wahl seines Stromanbieters ein Zeichen in diese Richtung setzen.

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